28.10 - 31.10.2015

Ein Symposium

Impressum

Wirklichkeit

Die Veranstaltungsreihe stellt die Wirklichkeit als Problem in den Mittelpunkt. Vom technologisch angetriebenen Futurismus des „Internet der Dinge“ zur Rückkehr des Animismus als „Revision der Moderne“, von Žižeks „Realität des Virtuellen“ zum „Anti-Korrelationismus“ des spekulativen Realismus, die gegenwärtige Kulturtheorie scheut sich nicht grundlegende philosophische Fragen über die Beschaffenheit der Dinge zu stellen. Wie diese Fragen verhandelt und dargestellt werden, in bildender Kunst, Design, Technologie und Film, bildet den Ausgangspunkt für vier verschiedene Veranstaltungen an drei verschiedenen Orten."

28.10.2015 / 19:00 Uhr / Innenstadtkinos Stuttgart, EM2

Film - Körper - Wirklichkeit
Vortrag von Marcus Stiglegger und erstmalige Vorführung des ungeschnittenen Kultklassikers The Texas Chainsaw Massacre auf einer Stuttgarter Kinoleinwand
(Marcus Stiglegger)


Bis heute hat das Betrachten geschundener Körper und die Rezeption von exzessiver Gewalt und auch von explizit sexuellen Inhalten oder auch einer Kombination von beidem im Kino, auf dem Fernsehbildschirm und auch im Internet nichts an seiner Faszination eingebüßt. Im Rahmen dieses Symposiums soll die Wirkungsweise dieser cineastischen Werke näher erläutert werden. Besonderes Augenmerk soll hier auf die Darstellung menschlicher Körper innerhalb der filmischen Wirklichkeit und die Wirkung des Gezeigten auf den realen, den wirkliche Körper des Rezipienten im Kino gelegt werden. Es soll anschaulich gemacht werden, wie auf der einen Seite affektive Reaktionen beim Rezipienten erzeugt werden, er auf der anderen Seite aber in die Lage gebracht werden kann, sich vom Präsentierten zu distanzieren. Was macht es ihm also möglich, die Gräueltaten auf der Leinwand nicht nur zu betrachten, sondern vielleicht auch noch einen Lustgewinn daraus zu ziehen?
Der Publizist, Filmwissenschaftler und Filmemacher Marcus Stiglegger promovierte im Fach Filmwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz mit der Studie “Sadiconazista –Faschismus und Sexualität im Film” und habilitierte sich 2006 mit “Ritual und Verführung”, wo er die Seduktionstheorie des Films begründete. Er befasst sich unter anderem sehr intensiv mit den Körpertheorien in den Medien sowie der Medienanthropologie grundsätzlich. Nach dem Vortrag wird zum ersten Mal auf einer Stuttgarter Kinoleinwand Tobe Hoopers “Mutter des Terrorkinos” aus dem Jahre 1974 in 4k-Qualität ungekürzt zu sehen sein, The Texas Chainsaw Massacre, der in Deutschland erst seit dem 01. Dezember 2011 nicht mehr auf der Liste der indizierten Filme steht.

Innenstadt Kinos, EM2

Königstraße 22,70173 Stuttgart

U5/6/7/12/15: Haltestelle Schlossplatz
U9/14: Haltestelle Börse/Friedrichsbau
S-Bahn: Hauptbahnhof

X

29.10.2015 / 19:30 Uhr / Aula, Merz Akademie

The Politics of Cinema: From Expressionism to the ‘will to art’ in Gilles Deleuze.
(Stephen Zepke)

Being Deleuzean today in the field of the arts means three things; to be a modernist, to be non-dialectical in one’s politics, and to be skeptical regarding digital technology. Each of these admittedly provocative theses can be traced along the ‘red thread’ of German Expressionist cinema as it winds through Gilles Deleuze’s Cinema 1 and Cinema 2. Starting with the pre-war German classics of Lang and Murnau, Deleuze understands Expressionist film in the metaphysical terms of Kant’s sublime, terms that after the war no longer apply. After the war a new cinematic image emerges, and along with it an understanding of Expressionist cinema as foretelling the rise of Hitler. But this is not what interests Deleuze, who instead focusses on how the new image develops its dark side, once its screen becomes - through Benjamin’s famous thesis on mechanical reproduction - the brain of the masses. Is this brain liberated or utterly controlled by the information flowing across its screen? Deleuze himself is unsure, but tends to be suspicious. In any case, it is a question that remains central to our own contemporary existence. Stephen Zepke is an independent researcher living in Vienna. He is the author of Art as Abstract Machine, Ontology and Aesthetics in Deleuze and Guattari (Routledge, 2005), and the editor (with Simon O’Sullivan) of Deleuze, Guattari and the Production of the New (Continuum, 2008), and Deleuze and Contemporary Art (Edinburgh University Press, 2010).

Stephen Zepke

Stephen Zepke is an independent researcher living in Vienna. He is the author of Art as Abstract Machine, Ontology and Aesthetics in Deleuze and Guattari (Routledge, 2005), and the editor (with Simon O’Sullivan) of Deleuze, Guattari and the Production of the New (Continuum, 2008), and Deleuze and Contemporary Art (Edinburgh University Press, 2010).

Aula, Merz-Akademie

Teckstraße 58,70190 Stuttgart

U4/9 Haltestelle: Bergfriedhof/Merz Akademie

X

30.10.2015 / 10:00 Uhr / Masterraum, Merz Akademie

Art, Historicity and the Contingent
(Stephen Zepke, David Quigley)

Quentin Meillassoux’s Après la finitude. Essai sur la nécessité de la contingence which was published in 2006 and translated into English and German in 2008 introduced a number of concepts into the philosophical debate that have since taken root in the art world. Somewhere between a radically new approach to philosophy and a return to questions posed in early modern philosophy, mathematics and theology, many of the ideas introduced by speculative realism/materialism occupy a difficult to define place in contemporary discourse—especially with regards to its critique of the arguably fundamentally “correlationist” nature of art and the historically specific distribution of power in social hierarchies. . . This open seminar looks to develop a discussion based first on Meillassoux’s work, then moving on to the closely related ‪#‎ACCELERATE‬ MANIFESTO for an Accelerationist Politics, then finally taking a broader look at some parallel projects in the art world.

Stephen Zepke

Stephen Zepke is an independent researcher living in Vienna. He is the author of Art as Abstract Machine, Ontology and Aesthetics in Deleuze and Guattari (Routledge, 2005), and the editor (with Simon O’Sullivan) of Deleuze, Guattari and the Production of the New (Continuum, 2008), and Deleuze and Contemporary Art (Edinburgh University Press, 2010).

David Quigley

David Quigley ist Professor für Kulturtheorie an der Merz Akademie in Stuttgart. Er arbeitete unter anderem als Lehrbeauftragter am Institut für Philosophie der Universität Wien sowie als Teaching und Research Fellow im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid. Er ist der Autor von Carl Einstein. A Defense of the Real (Walther König / Schlebrügge, 2007) sowie zahlreichen Artikeln in Katalogen und Fachzeitschriften wie Afterall, Spike Art Quarterly und Multitudes.

Masterraum, Merz Akademie

Teckstraße 58,70190 Stuttgart

U4/9: Haltestelle Bergfriedhof/Merz Akademie

X

31.10.2015 / 16:00 Uhr, ab 21Uhr Konzert und Umtrunk / Projektraum des Kunstvereins Wagenhalle

Kulturpolitische Wirklichkeiten
( Robin Bischoff, Marco Trotta, Tomislav Medak)

Der Zugang für Künstler_innen, Gestalter_innen und Kulturschaffende zu leistbaren oder freien Arbeits-, Produktions-, und Veranstaltungsflächen ist die Grundlage für gesellschaftliches, künstlerisches sowie kulturelles Wachstum abseits des Marktes. Welche Strategien haben sich als produktiv, umsetzbar und fruchtbar erwiesen und welche Konzepte und Strategien zeigten sich als weniger geeignet. Wie brisant ist die Lage in Stuttgart nachdem in den letzten Jahren immer häufiger Flächen geschlossen wurden oder überhaupt nur zeitlich begrenzte Flächen angeboten wurden? Welche Projekte, Förderungen und Institutionen gibt es und an welcher Stelle sollte in Stuttgart mehr gefördert werden? Welche Auswirkungen hat die aktuelle Situation in Stuttgart auf die Kultur der Stadt und warum wäre es vorteilhafter mehr Flächen und Förderungen zur Verfügung zu stellen, in denen abseits von marktwirtschaftlichen Kriterien eine kulturelle Produktion stattfinden kann. Darüber hinaus muss die Frage gestellt werden, welche Art von kultureller Wirklichkeit durch diese Situation erschaffen wird und ob diese wünschenswert ist? Oder ob es angesichts der herrschenden marktwirtschaftlichen Ideologie nicht vorteilhaft wäre gerade unabhängige Kulturelle Projekte im Sinne der Multitude gezielt zu fördern um dieser Strömung entgegenzuwirken?

Tomislav Medak

Tomislav Medak ist Mitglied und Gründer des Multimedia Institute / MAMA (Zagreb, Kroatien), bei dem er das wissenschaftliche Programm wie auch die Publikationen koordiniert. Seinen wissenschaftlichen Fokus legt er auf zeitgenössische politische Philosophie, Medientheorie und Ästhetik. Er ist ein Verfechter und Aktivist für »free software« und »free culture« und arbeitet als Projektleiter bei Creative Commons Croatia mit. Medak war Co-Kurator und Co-Koordinator von Veranstaltungen und Konferenzen zu den Themen politische Theorie und Kulturpolitik, zum Beispiel bei der internationalen Konferenz Economy of Crisis Capitalism and Ecology of the Commons, Zagreb (2012) und der internationalen Konferenz Open Institutions – Institutional Imagination and Cultural Public Sphere, Zagreb (2011).

Robin Bischoff

Robin Bischoff, Dipl. Ing. Architektur, lebt und arbeitet in Stuttgart, er hat unter anderem die Waggons am Nordbahnhof mitgegründet und ist zur Zeit 1. Vorstand des Kunstverein Wagenhalle e.V. Robin Bischoff ist Künstler und Designer und Teil der Künstler-Kollektive NMA-NieMehrArbeitNochMehrArbeit und AZZ-Arbeitszelle Zukunft. Er setzt sich im Moment aktiv für den Erhalt günstiger Ateliers in der Wagenhalle, auch nach der Sanierung in 2017, ein.

Marco Trotta

Marco Trotta lebt und arbeitet in Stuttgart, er ist Mitbegründer und Sprecher von contain't. Er war vorher aktives Mitglied der Waggons am Nordbahnhof und hat verschiedene kulturelle Projekte und Veranstaltungen in Stuttgart organisiert. https://containt.org/

Projektraum des Kunstvereins Wagenhalle

Innerer Nordbahnhof 70191 Stuttgart

U5/6/7/15: Haltestelle: Eckardtshaldenweg

Bitte besuchen Sie unsere Seite auf einem Tablet oder Desktop-PC

Impressum

3. Mastersemester
Merz Akademie
gemeinnützige GmbH
Teckstrasse 58
D-70190 Stuttgart


Tel +49-(0)711-26866-0
Fax +49-(0)711-26866-21


www.merz-akademie.de
info@merz-akademie.de


Amtsgericht Stuttgart HRB 11801
Geschäftsführung und gesetzlicher Vertreter:
Markus Merz
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gemäß § 27 a UStG:
DE 259348926


Haftungshinweis: Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

X